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Die Stadt ist ein Dorf
Das Leben besteht aus ständigen Wiederholungen.
Innerhalb von drei Generationen mindestens sind sie zu erspüren. Verdeckt. Wie langweilig. Die eine Generation muss der anderen bei den Wiederholungen zusehen und am liebsten würde ich mit den Schultern zucken. Oder auszucken.
Bei uns zum Beispiel muss irgend jemand sich mit Mitte 40 auf irgendeine Weise verabschieden. Sich rausnehmen. Die Situation grundlegend verändern. Für Alle. Niemand kann sich der dadurch entstandenen Dynamik entziehen.
Es zeigen sich Resilienzen und Ressourcen im Umgang mit den Veränderungen. Enorme Anpassungsleistungen, um Stabilität wieder herzustellen. Auch hier gibt es Wiederholungen, angepasst an die jeweilige Zeit und die damit einhergehenden jeweiligen Herausforderungen.
Meine Güte! Du willst auf keinen Fall so werden wie ich. Das ist gesund! Und du machst doch das gleiche. Das ist normal. Du spürst es, aber willst es nicht wahrhaben. Du schweigst. Du entfernst die Worte aus deinem Gehirn sobald ein Gedanke an mich aufblitzt. nicht, dass das zu oft geschieht. Dafür sorgst du. Es entgeht mir nicht. Das ist bestimmt anstrengend.
Denn die Stadt ist ein Dorf.
Und das Leben ist eine ständige Wiederholung. Bis etwas passiert. Oder irgend jemand mutig klare Worte findet. Oder es jemand ganz anders macht und aus einem Muster der immer gleichen Strategien aussteigt. Bevor, oder hoffentlich obwohl jemand Mitte 40 wird.
Mein Gott, wie zäh ist dieses Warten! Suchen! Sich drehen!
Du denkst ich weiß nicht, wo du wohnst. Ich muss lachen. Du denkst, du kannst die Geburt eines Kindes verheimlichen. Ich muss lachen. Ich lache dich nicht aus. Ich staune. Wie kann es sein, dass du annimmst mich damit verbannen zu können? Aus deinem Leben.
Ich habe gespitzte Ohren. Einen scharfen Blick. Mein Verstand ist glasklar. Verstehst du denn nicht? Diese Stadt ist ein Dorf. Was ich wissen muss kommt zu mir. Ich bin auf Empfang. Alle meine Sinne sind sensibilisiert und vernehmen die leisesten Regungen. Was ich wissen muss erfahre ich. Ich brauche mich bloß zurückzulehnen und zu warten.
Warten, bis eine Person Mitte 40 wird. Wahrscheinlich. Für eine neue Runde der Wiederholungen. Wenn sie sich zeigen, dann hoffentlich nicht so dramatisch. Das Leben ist eine beständige Wiederholung, manchmal aber ohne großes Drama.
Wie langweilig ist das. Dennoch. Ich möchte mich bewegen.
Ich schüttle den Kopf. Du hast gespitzte Ohren. Dein Blick ist scharf. Du bist bei glasklarem Verstand. Alle deine Sinne sind sensibilisiert. Es erreichen dich mit Gewissheit die Informationen, die du brauchst. Um den Status quo zu halten. Um mich wegzudrücken. Um die Wiederholungen nicht zu sehen. Um keine Worte finden zu wollen, für das, was du spürst.
Ich bin sicher, dass du es spürst. Denn du verspürst die kleinsten Regungen. Warum ich das weiß? Das Leben besteht aus ständigen Wiederholungen. Und die Stadt ist ein Dorf.
Du betrachtest das Dorf aus einer anderen Perspektive. Du hörst andere Dinge. Das ist gesund! Wir würden bloß einen winzigen Schubs brauchen. Und unsere Perspektiven könnten sich annähern. Du könntest Worte finden, für das, was du spürst. Ich könnte sie hören, glasklar. Ich konnte dich sehen und wissen, was ich antworten wollte.
Wir würden uns ansehen! Wir könnten uns entspannen und eine Haltung einnehmen. Eine gesunde! Eine dir und mir entsprechend gestaltete. Du könntest Energie sparen und ich könnte aktiver sein.
Bevor etwas passiert. Es passiert immer etwas. Das Leben besteht aus Wiederholungen.
Vielleicht brauchen wir noch Zeit. Ich bin ein ungeduldiger Geist. Die Sessellehne, an die ich mich zur Entspannung lehnen muss, drückt mir ins Kreuz.
Es wäre alles anders. Ist es nicht endlich Zeit? Ich habe Angst den Moment zu verpassen.
Ich gewöhne mich an den Schmerz. Es tut mäßig weh.
Beständig.




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